Neue Kommunikation

Wie sollen Geschäftsführungen und Kommunikationsabteilungen mit dem Phänomen Social Media und Web 2.0 umgehen?
Was Manager über die neue Kommunikationswelt wissen sollten

Wie geordnet war doch unsere Kommunikationswelt vor gar nicht allzu langer Zeit: Der Tag begann mit der Lektüre der Tagesszeitung zum Frühstück und abends fasste uns die Tagesschau (Zeit im Bild in Österreich) das aktuelle Weltgeschehen zusammen. Man fühlte sich rundum informiert, konnte tagsüber ruhig arbeiten. Und heute? Kommunikation ist ein omnipräsenter Bestandteil unseres Privat- und Arbeitslebens geworden: Manager erhalten im Minutentakt E-Mails. Über Online-Medien, Twitter und Blogs werden sekündlich Nachrichten produziert, die gelesen und verarbeitet werden wollen. Wir möchten ja schließlich informiert sein. Und dank Blackberry, iPhone & Co sind wir allzeit und überall empfangsbereit.

Fakt ist: Das kostenlose News-Angebot im Internet hat nicht nur die Printmedien in eine Sinn- und Existenzkrise geführt. Es stellt auch Manager und deren Unternehmen vor eine große Herausforderung: Wie nutze ich das Internet für meine Zwecke? Und wie verhindere ich, dass Unwahrheiten über mein Unternehmen zirkulieren und das Kerngeschäft bedrohen?

Auf investigative Journalisten haben sich die Unternehmen mit ihren PR-Profis eingestellt. Auf allzu kritische Berichte wurden gerne mal die Anzeigen im jeweiligen Blatt gestoppt. Doch im Web 2.0 Zeitalter gelten andere Gesetze! Wobei nicht nur von außen Gefahren lauern. Eine zentrale Herausforderung, der sich Unternehmen heutzutage stellen müssen, ist die Frage, ob und wie Mitarbeiter das soziale Web nutzen (dürfen).

Das Web bietet mannigfaltige Chancen für die Unternehmenskommunikation. Youtube, Facebook, XING, Twitter und Themen-Blogs können ideale Kanäle sein, sich Kunden, Partnern, potenziellen Mitarbeitern, Investoren u.a. zu präsentieren. Medien verlieren zunehmend ihr Gatekeeper-Monopol. Zwar spielt die klassische Pressearbeit nach wie vor eine wichtige Rolle in der Unternehmenskommunikation. Doch dank der vorhandenen Web 2.0 Tools können Unternehmen ihr Zielpublikum nicht nur über den (Um-)Weg via klassischer Medien erreichen. Unternehmen verfügen nun über einen direkten Draht zum Kunden. Das Problem ist nur, diesen Draht scheuen noch allzuviele Firmen.

Tipps für die Web 2.0 Strategie:

1. Verfolgen Sie über RSS-Reader oder Blogmonitoring, was über ihre Firma geschrieben wird. Entscheiden Sie von Fall zu Fall individuell, ob und wie Sie auf (negative) Berichte im Weg reagieren. Unwahrheiten sollten Sie korrigieren, Kritik sehr ernst nehmen und dieser offen begegnen.

2. Bleiben Sie als Unternehmen authentisch. Kommunizieren Sie glaubwürdig und transparent.

3. Vermeiden Sie Aktionismus: Prüfen Sie, ob und welche Sozialen Medien ein weiterer, sinnvoller Kanal sind, um ihre Unternehmenskommunikation zu ergänzen.

4. Betrachten Sie die Web 2.0 Möglichkeiten und Tools als Chance, direkt mit Kunden in Kontakt zu treten und nicht als Risiko.

5. Machen Sie Ihre Mitarbeiter zu Botschatern. Doch legen Sie in Form von Social Media Guidelines fest, was im Social Web von wem über das Unternehmen gesagt werden darf und wo Grenzen liegen.

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