Internet bildet Marken

"Die meisten Marketingleute haben nie daran gedacht, dass das Internet ein wunderbarer Platz ist, um eine Marke zu bilden. Sie müssen ihre Meinung ändern, wenn ihre Marken im digitalen Zeitalter relevant bleiben sollen", sagt Garrick Schmitt von der amerikanischen Marketingagentur Razorfish. Denn 65 Prozent aller Konsumenten haben schon Erfahrungen im Netz, die ihre Meinung über eine Marke positiv oder negativ geändert haben. Das hat Razorfish mit einer Umfrage unter 1000 Konsumenten herausgefunden.

Unter dem Titel: Kein Marketing ohne Internet hat der "Netzökonom" des F.A.Z.-Blog einen interessanten Überblick publiziert. Dessen Bogen sich von der Fan-Kultur im Web2.0, über Produktinformationen im Internet bis zur Relevanz verschiedener Online-Informationsplattformen spannt.

Ein Fazit gleich vorweg - Unternehmen müssen umdenken - dringend! Rascher Handlungsbedarf besteht im Aneignen von Wissen über die Nutzung der Digitalen Medien. Marketingverantwortliche müssen wissen, wie Internet-Nutzer auf die vorhandene Informationsfülle reagieren. Kundengewinnung via Internet funktioniert anders als klassische Werbung via Print- und TV.

Obwohl nur knapp 10 Prozent der Werbebudgets ins Internet fließen, haben Suchmaschinen, Anbieterseiten, Kommentare anderer Nutzer, Produktvergleichsseiten und die Online-Werbung für deutsche KonsumentInnen inzwischen eine doppelt so hohe Relevanz für Kaufentscheidungen, wie das zweitplatzierte Medium Fernsehen.

Das Internet ist nicht nur ein idealer Ort um Marken zu bilden, Marken können im Netz auch "zerstört" werden. Die Nutzer wollen mit einer Marke interagieren - egal ob die Marke das möchte oder nicht. Dabei steht aber nicht nur Kommunikation im Vordergrund, Nutzer wollen "Deals", d.h. exklusive Angebote beispielsweise. Der Computerhändler Dell und die Kaufhauskette Starbucks zeigen, wie das geht: Dell verkauft Computer via Twitter, Starbucks verteilt auf Facebook Gratisgutscheine für Kuchen oder Eiscreme.

Der Microbloggingdienst Twitter wird für Marketing und Marken immer relevanter. Während die Twitter-Betreiber selbst, nach wie vor an einer Monetarisierungsstrategie arbeiten, haben andere bereits erste Strategien entwickelt, um aus Twitter Kapital zu schlagen. Jüngstes Beispiel: Amazon. Der weltgrößte Onlinehändler nutzt Twitter seit kurzem als Marktplatz. Dazu bietet Amazon seinen Affiliates das neue Feature "Share with Twitter". Es erlaubt Affiliatepartnern twitterfähige Links zu allen Amazonprodukten zu generieren.

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