Die Rettung: Paid Content?

Sind Bezahlangebote wirklich die langersehnte Rettung der Verleger? Qualitätsinhalte sollen auch im Netz demnächst kostenpflichtig werden - und diesesmal wirklich, den angekündigt war das ja schon öfters. Qualität dürfe auch im Netz nicht zum Nulltarif zu haben sein.

Gisela Schmalz hat in einem lesenswerten Artikel zu den Deutschen Zeitungs- und Zeitschriften-Verlegern Stellung genommen und festgestellt, dass diese sich schwer tun mit Schritten ins Internet und noch schwerer damit, online weiterzulaufen. Da ist was dran und ihre Aussage trifft nicht nur für Deutschland zu! "Sie stellen freud- und phantasielose Dubletten von Printprodukten ins Netz, rufen nach Webwerbekunden und folgen ansonsten ihrem Trott, darauf hoffend, in der digitalen Welt gehe alles so weiter wie in der analogen."
Link zum ausführlichen Artikel von Gisela Schmalz:
Nirgends dumme Nutzer, kein Artenschutz

Was dabei offenbar vergessen wird: (mobile) Applikationen, digitale Texte, Töne und Bewegtbilder stellen keine Fertigprodukte dar. Sie sind ein Angebot auf Zeit. Modellierbar und kopierbar. Onlinenutzer lernen schnell. Mixen und Remixen und werden so selbst zu Inhaltelieferanten. Sie sind kritisch, pragmatisch, oft auch dreist - aber auch großzügig im Upload eigener Werke.

Off- und online achten Verleger darauf, dass unter ihren Labels sogenannte Qualitätsinhalte stehen. Qualität ist der Wert, von dem viele Verleger glauben, dass er auch im Netz von vielen Nutzern benötigt und geschätzt wird, daher auch von vielen zahlenden Werbekunden. Also digitalisieren sie hochwertige Druckwerke und stellen sie online kostenlos zur Verfügung. Mit ihren Gratisangeboten kanibalisieren sie sich damit möglicherweise selbst, jedenfalls treten sie in Konkurrenz zu den Unternehmen, die digitalen Content an Endnutzer verkaufen wollen.

Aktuell ist nicht so sehr der Mangel an Qualitätsinhalten im Netz das Problem. Denn was ist denn wirklich bedroht? Liebgewonnene Berufsbilder und Prozessabläufe, sowie viele Arbeitsplätze von Verlagsangestellten, Journalisten und freien Mitarbeitern. Genau deshalb wird und könnte längerfristig der Nachschub an qualitativen Inhalten gefährdet sein.

Eine mögliche Lösung: Maßgeschneiderte Inhalte
Mit Inhalten Geld zu verdienen, gelingt vielleicht nur noch einem erlauchten Kreis von JournalistInnen und Künstlern (Autoren), die eine Fangemeinde um sich scharen können und somit "Persönlichkeit" in das World Wide Web bringen. Nutzer sind jedoch immer weniger bereit, für die Leistungen zwischengeschalteter Verlage zu zahlen. Die Verlage brauchen Mut zur "Abschaltung" tradierter Prozesse und dem Aufbau neuer Strukturen. Teams sollten ergänzt werden um Programmierer und digitale Trend-Scouts; denn diese könnten Journalisten und Verleger unterstützen.

Unterschiedliche Ansätze zur Monetarisierung von Content in der deutschen Verlagswelt werden auch in folgendem Beitrag angesprochen/aufgezeigt: Wie Verlage mit Content Umsatz machen können

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