Die (unbemerkte) Revolution

Wir befinden uns mitten in der größten und relevantesten Nutzungsänderung des Internet; und nur wenige Werbetreibende (Unternehmen, Marken/Brands, aber auch etablierte Agenturen) halten es für notwendig, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Irgendwie erinnert das alles ganz stark an den Beginn der Web-Ära in den 90er Jahren. Offenbar wird ignoriert, dass sich bei der Generation Y, den Mittzwanzigern, die gesamte Art der Kommunikation bereits massiv verändert hat. Inhalte, und damit auch Marken und deren Produkte werden nicht mehr gesucht - Inhalte müssen die Zielgruppe finden. Kommunikation per E-Mail gilt als veraltet. Was bedeutet das für Marken/Unternehmen? Sie müssen dortin, wo sich ihre Zielgruppen täglich aufhalten, denn dort werden Images erzeugt - verstärkt oder zerstört.

Die Nutzungszahlen steigen um mehr als 150 Prozent innerhalb eines Jahres; 93 Prozent aller Social Media User glauben, dass ein Unternehmen auf Social-Media-Plattformen präsent sein sollte, erwarten und wünschen sich Interaktion und Dialog. Und dennoch warten die Werbetreibenden ab. Ein aussagekräftiges Zitat: "Es ist für uns einfacher, eine Million Euro in Funkwerbung zu investieren, aber eine Million in Web 2.0 ist in unserem Unternehmen nicht vorstellbar." Dieses Zitat stammt aus einem Artikel von Matthias Berger, dem Geschäftsführer von Berger Baader Hermes, München: Die unbemerkte Revolution des Kunden in ONEtoOne 10/09

Aber es bleibt keine Wahl. Je nach Zielgruppe muss man sich heute (oder eigentlich sollte man sich bereits gestern) damit beschäftigen. Doch nicht nur das. Es gilt auch Ressourcen und Budgets bereitzustellen.

Die Unsicherheit ist groß: Was funktioniert im Social Media, welche Ziele sind mit Social-Media-Marketing überhaupt verfolgbar? Nicht nur Unsicherheit quält. In vielen Bereichen herrscht sogar Angst vor allzu intensivem Dialog mit den KundInnen. Denn das bedeutet natürlich Entscheidungen treffen und zusätzliche Arbeit - benötigt im Endeffekt natürlich auch Geld.

KonsumentInnen verstehen das nicht. Für sie ist die Experimentierphase bereits gelaufen. Professionelles Marken-Verhalten wird erwartet. Kommunikation auf "Augenhöhe" zwischem ProduzentInnen und KonsumentInnen. Dialog und Angebote. Die Unternehmen und teilweise auch ihre Agenturen und Berater diskutieren jedoch noch, ob man sich auf einen ersten "Gehversuch" einlassen könnte.

Ein Blick über die eigenen Grenzen wäre manchmal hilfreich und würde nicht nur Gefahren sondern auch Potenziale erkennen lassen. Marken wie Dell machen weltweit mehrere Millionen US-Dollar Umsatz - über Twitter initiiert; setzen zugegeben natürlich auch viele Social Marketing Manager ein, um schnell genug auf Kritik aus der Web 2.0 Community reagieren zu können. Starbucks holt seine "Fans" via Coupons in die Filialen. Umsatzwachstum und intensivere Kundenbindung bestätigen bei den Genannnten die eingeschlagene Richtung.

Natürlich gilt es bei der unternehmenseigenen Social Media-Strategie nichts zu überstürzen und sich auch keinen Zeitdruck aufzuerlegen. Doch Abwarten ist auch nicht mehr möglich, denn was soll sich ändern? Nein, die "guten (?) alten Zeiten" kommen nicht wieder. Sprechen Sie mit Experten, Social-Media-Agenturen und bereiten Sie Ihr Unternehmen und Ihre Prozesse sowohl in Produktion, Vertrieb, Marketing und PR-Kommunikation darauf vor. Dann wird gwährleistet sein, dass der bisherige Markenaufbau und die Media-Investitionen, auch in Zukunft ein starkes Fundament für die Kommunikation und Markenführung mit den neu vernetzten KundInnen bieten.

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