Strategien für mobilen Breitbandausbau

Die europäischen Mobilfunkanbieter müssen sich auf eine rasant steigende Nachfrage nach mobilem Breitband einstellen. Darauf weist Roland Berger in einer aktuellen Studie: Strategien für Breitband-Mobilfunkanbieter im Netzwerk-Puzzle hin.

Mobilfunkbetreiber in ganz Europa sehen sich einer rasant steigenden Nachfrage nach mobilen Breitbanddiensten gegenüber. In einigen europäischen Ländern erreichte der Anteil der Gesamtbevölkerung, der mobile Breitbanddienste nutzte bereits 2008 die Zehn-Prozent-Marke. Das ist zwar immer noch vergleichsweise wenig gegenüber der Breitbandnutzung im Festnetz, doch Prognosen zufolge wird die mobile Breitbandpenetration i.d. nächsten Jahren erheblich zunehmen und bis 2011 auf 25 Prozent steigen. Wichtige Faktoren für dieses Wachstum sind Datenkarten und die zunehmende Akzeptanz neuer und innovativer mobiler Endgeräte (iPhone & Co). Für die Mobilfunkunternehmen bedeutet dies ein explodierendes Verkehrsvolumen in ihren Netzen.

Roland Berger fasst eine erfolgreiche Netzwerkstrategie in einigen Kernpunkten zusammen. So müssten in der Netzstrategie Investitionen und Betriebsaufwand optimiert und Access, Backhaul- und Core-Netzwerk für Mobil- und Festnetz gleichermaßen erfasst werden. Die bestehende Infrastruktur müsse zwangsläufig erweitert werden, um das Netz auf die zu erwartende Steigerung der mobilen Datennutzung vorzubereiten, anstatt sich auf Regelungen für eine faire Breitbandnutzung zu beschränken.

Eine eigenständige mobile Netzlösung würde trotz neuer Technologien wie HSPA+ und LTE vermutlich nicht ausreichen, um den zu erwartenden mobilen Datenverkehr bewältigen zu können. Für die Betreiber komme es darauf an, die eigene, bereits vorhandene technologische Infrastruktur so weit wie möglich zu nutzen, um Investitionen und Betriebsaufwand zu minimieren. Gleichzeitig gilt es, eine mobile Breitbandtechnologie anzustreben, die technisch praktikabel und wirtschaftlich sinnvoll ist, und darüber hinaus die besten verfügbaren Frequenzen und Lizenzen für den Einsatz optimal geeigneter Technologien zu nutzen.

Festnetztechnologie könne eine kosteneffiziente Ergänzung zum Mobilfunkzugang sein und die Datenübertragungsraten für Kunden deutlich verbessern. Konvergierende Mobilfunkbetreiber seien jedoch nicht gezwungen, Festnetze im großen Maßstab aufzubauen. Sie sollten diese Möglichkeit vielmehr sorgfältig prüfen und selektiv von ihr Gebrauch machen, um ihre Mobilfunknetze zu verbessern. Mobilfunkanbieter könnten herkömmliche Blueprints für Netzwerkinvestitionen verwenden, doch die Wahrscheinlichkeit sei groß, dass sie kostspielige Fehler begehen und Chancen verpassen, ihre Strategie an die veränderte Angebots- und Nachfragesituation anzupassen. Erfolgreiche Strategien im Netzwerk-Puzzle erforderten eine wirksame Minimierung von Investitionsrisiken durch die Bildung von Partnerschaften.

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